Dora Heldt – 3 Frauen am See

13. November 2019, 19 Uhr

Fischerhaus, Mitteldeichstr. 34, Brake

Sie sind enge Freundinnen von Kindesbeinen an: Marie, Alexandra, Friederike und Jule. Egal, wohin ihre Lebenswege sie verschlagen hatten: Jeden Freitag vor Pfingsten trafen sie sich auf Einladung von Marie im wunderschönen haus am See, in dem sie schon als Kinder herrliche Sommer verbracht hatten. Marie, die sensible Fotografin, war die Seele der vier. Die Nachricht von Maries Tod mit Anfang fünfzig trifft sie alle wie ein Schock.

Denn seit ihrem Streit zeh Jahre zuvor hatten sie kaum noch kontakt miteinander. Aber selbst nach ihrem Tod hält Marie eine Überraschung für ihre Freundinnen bereit: eine Einladung zum Notar. Die Vorstellung, sich wiederzusehen, erfüllt jede von ihnen mit Unbehagen. Entziehen können sie sich jedoch nicht. was ist es, wovor sie sich fürchten? Und was ist es, das sie dazu bringt, trotzdem anzureisen?

Ein kluges Buch über Lebenslügen, den Wert der Freundschaft und das Glück der Erinnerung.

 

 

Laura Dekker
Ein Mädchen – ein Traum

Multimedialer Vortrag

19. Oktober 2019

Agora Gymnasium, Philosophenweg 3, Brake

Eintritt: 12 €

Vorverkauf bei der Buchhandlung Gollenstede

Die damals 14jährige Seglerin musste viele Hürden überwinden, bevor sie ihren Traum wahrmachen konnte.

Am 20. Januar 2011 war es soweit: Endlich durfte Laura Dekker zu ihrer Solo-Weltumsegelung starten. Ein Jahr und einen Tag später legt sie wieder auf der Antilleninsel St. Maarten an. Nach 27000 Seemeilen im Kielwasser, 16 Jahre alt. Und plötzlich von beinahe jedermann bejubelt. Dies alles und noch viel mehr, ihre Segelerlebnisse und ihre Tagebuchaufzeichnungen präsentiert Laura Dekker hier schonungslos ehrlich und mit dem Blick eines jungen Mädchens, das schon so viel mehr als mancher Erwachsene erlebt hat.

Zu jung, zu unerfahren, zu schwach, die Eltern verantwortungslos …. es gab Zeiten, da hat Laura Dekker mehr negative als positive Schlagzeilen verursacht. Ihre Reise – einhand um die Welt – ursprünglich für 2009 geplant, musste sie um ein Jahr verschieben. Ein Jahr, in dem sie ihr Boot, die 12 Meter lange Ketsch Guppy, ausrüstetet. In dem sie zwar versuchte, sich dem Medienrummel zu entziehen, aber ihr Vorhaben niemals anzweifelte.

Laura Dekker ist eine, die auszog, um es der Welt zu zeigen: die jüngste Solo-Weltumseglerin aller Zeiten!

Veranstalter: Buchhandlung Gollenstede und Braker Ruder- und Segelverein mit Unterstützung der Kulturförderung Brake

Florian Huber
„Kein Engländer soll dies Boot betreten“

Die letzte Fahrt von UC71
Ein spannender Einblick in den Alltag an Bord eines U-Boots während des Ersten Weltkriegs – und ein archäologisches Abenteuer.

4. September 2019

Eintritt: 12 €

Februar 1919: Es ist kalt, vor Helgoland kämpft sich ein U-Boot der kaiserlichen Marine voran – und sinkt plötzlich. Rund 100 Jahre lang ist der Untergang von UC 71 ein Mysterium, bis Unterwasserarchäologe Florian Huber zum Wrack taucht. Sein Verdacht: Die Besatzung hat das Boot selbst versenkt. Beweisen kann huber da nicht, doch das Schicksal von UC 71 lässt ihn nicht los. Da kommt ihm ein Zufall zur Hilfe. Es meldet sich ein Mann, dessen Großonkel Georg Trinks auf diesem Schiff als Maschinist diente – und Tagebuch führte, über jedes Gefecht, über seine Ängste. Und die letzten Worte in diesem Tagebuch lösen das Rätsel.

Klaus-Peter Wolf liest „Sommerfeldt räumt auf“

2. Juli 2019, 19 Uhr

Christuskirche Brake Nord

Eintritt: 12 €

Manchmal macht Sommerfeldt den Leuten Angst, dann wiederum möchte man mit ihm befreundet sein und ihn zu sich nach Hause einladen. Manche wären sogar bereit, ihn vor der Polizei zu verstecken. Er ist eine sehr widersprüchliche Figur. Das Abenteuer geht weiter.

Veranstalter: Kulturförderung Brake und Buchhandlung Gollenstede

Hannelore Hoger

12. März 2019, 19 Uhr

Friedrichskirche, Hammelwarder Str. 1, Brake

Eintritt; 18 €

Ein Fallada Abend mit Hannelore Hoger und Uwe Naumann

Eine voll besetzte Friedrichskirche kann zweifellos als Hommage an die „Grande Dame“ der deutsche Theaterszene gewertet werden. Wer aber Hannelore Hoger auf ihre ehemalige Rolle als Kriminalkommissarin Bella Block reduziert, wird dem künstlerischen Spektrum dieser Ausnahmeschauspielerin kaum gerecht.

Ihre Vielseitigkeit stellt die gebürtige Hamburgerin mit der unverwechselbaren Stimme mit ihrer Lesung „Hans Fallada: Kleiner Mann was nun“ auf Einladung der Kulturförderung Brake unter Beweis. An ihrer Seite: Uwe Naumann, Soziologe, Germanist und Lektor.

Ihre Lesungen aus Romanen Falladas und die Erläuterungen zur Leben des Schriftstellers und scharf beobachtenden Chronisten kleinbürgerlichen Milieus werden Hoger und Naumann ebenfalls zu einer Hommage an einen Mann gestalten, dessen Leben von Höhen und Tiefen, von wechselnden Erfolgen und Abstürzen, Einweisungen in Trinkerheilanstalten und immer wiederkehrender literarischer Schaffenskraft geprägt war.

Hans Fallada (bürgerlich: Rudolf Ditzen) wurde 1893 im Greifswald als Sohn einer großbürgerlichen Familie geboren, er starb alkohol- und morphinsüchtig 1947 in Berlin. 1937 erlangte Fallada mit dem Roman „Kleiner Mann – was nun?“ erstmals einen riesigen Erfolg und weltweite Anerkennung. Als literarischer Anwalt der „kleinen Leute“ schildert Fallada in diesem Roman die Perspektivlosigkeit eines jungen Paars zur Zeit der Weltwirtschaftskrise. Dem Protagonisten, Buchhalter Johannes Pinneberg und seiner schwangeren Freundin Emma, liebevoll „Lämmchen“ genannt, gelingt es trotz der Intrigen ihrer Umwelt zu ihrer Liebe zu stehen. Hannelore Hoger liest das erste Kapitel: Es ist bedrückend und hoffnungsvoll zugleich.

Hoger hat zu Hans Fallada und zur Figur des „Lämmchen“ eine ganz besondere Affinität: Unter der Regie von Peter Zadek war sie 1972 das „Lämmchen“ in der Bühnenfassung von Tankred Dorst im Schauspielhaus Bochum.  Sie erinnert sich an eine ganz besondere Szene: „Lämmchen, hochschwanger, wzängt sich durch die Zuschauerreihen, singt dabei ein liechen, stolpert plötzlich über einen Treppenabsatz und fällt. Ein Aufschrei geht durch das Publikum, man springt auf, will ihr helfen, bis sich der Sturz als Regieeinfall entlarvt. Aufatmendes Lachen im Zuschauerraum, es funktionierte bei jeder Vorstellung.“

Ein wahres Schicksal steht hinter Fallada 1847 erschienenem Roman „Jeder stirbt für sich allein“. Hoger liest die Widerstandsgeschichte des Berliner Schreiners Otto Quangel und seiner Ehefrau Anna.

Zum Glück hat Hannelore Hoger sich zum Ende der Lesung einen Auszug aus den humorvollen „Geschichten aus der Murkelei“ ausgewählt. Sie liest die köstliche Geschichte eines Tierhassers, der am Ende vom Saulus zu Paulus wird. Nach langem und begeisterten Applaus für die beiden Gäste nimmt sich Hannelore Hoger noch Zeit, den Besuchern ihre im Jahr 2017 erschienene Selbstbiografie „Ohne Liebe trauern die Sterne“ zu signieren.

Ludwig Frankmar

23. Februar 2019

Bartholomäuskirche Brake, Golzwarden

Ludwig Frankmar spielt in Brake Werke von Bach, Marais und Ortiz auf seinem Barockcello. Er stammt aus einer schwedischen Familie von Kirchenmusikern. Nachdem er an der Musikhochschule Malmö bei Guido Vecchi studiert hatte, war er Orchestermusiker am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und Solist an der Göteborgsoper. Der Neuen Musik zugetan, kam er schließlich durch den Kontakt mit Kirchenmusikern zur Alten Musik und zur Historischen Aufführungspraxis.

Sein fünfsaitiges Barockcello wurde in Mozarts Geburtsjahr 1756 von Louis Guersan in Paris erbaut. Frankmars Repertoire reicht von Musik der Renaissance bis hin zur Frühklassik. Die Ähnlichkeit zwischen einem fünfsaitigen Barockcello und einer Viola da Gamba erlaubt ihm, zusätzlich Werke der Gambenliteratur vorzutragen: unter anderem von Diego Ortiz, Marin Marais und Carl Philipp Emanuel Bach. Frankmar lebt in Berlin und ist seit 2017 Mitglied des Ensembles der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Berlin-Lankwitz. Er ist verheiratet und konzertiert mit der Kirchenmusikerin und Sängerin Jana Czekanowski-Frankmar.

Braker Sai(ei)tensprünge 2019

MagnifiSAX

3. Februar 2019

Christuskirche Brake-Nord

Den Auftakt zur Reihe der Sai(ei)tensprünge machen die Westfälischen Saxophoniker mit ihrem Konzert MagnifiSAX.

Die Grundlage des Konzerts stellt die Vertonung des lateinischen „Magnificat“ durch Johann Sebastian Bach dar. Hierbei handelt es sich um einen Lobgesang auf Maria, dessen Quelle das Lukasevangelium ist. Mit den lateinischen Worten „Magnificat anima mea Dominum“ (Meine Seele preis dem Herrn) beginnt der Lobgesang Marias. „Magnificat“ ist eine der wenigen erhaltenen Vertonungen eines lateinischen Textes durch Bach. Das Besondere am Auftritt der Westfälischen Saxophoniker ist es, dass das ursprünglich vertonte „Magnificat“ durch Jazz-Stücke erweitert wird.

Ort und Termin hätten für die Auftaktveranstaltung nicht besser gewählt werden können. Aufgrund der engen Verbindung des Werkes zum christlichen Glauben ist der Veranstaltungsort des Werkes in der Christuskirche gut gewählt. Und auch der Termin ist nahezu eine Punktlandung: Im Kirchenkalender ist der 2. Februar ein wichtiger Tag – 40 Tage nach Weihnachten beendet die „Lichtmess“ die Weihnachtszeit. Spätestens jetzt werden die Krippen und die Weihnachtsbäume abgebaut. In der Christuskirche können die Krippe und der leuchtende Stern ausnahmsweise auch noch am 3. Februar zum Konzert bewundert werden, da „Magnificat“ auf wesentliche Elemente der Weihnachtsgeschichte Bezug nimmt.

Die neun Musiker der Westfälischen Saxophoniker nutzten in dem rund 90-minütigen Konzert die Räumlichkeiten der Christuskirche voll aus. Sie zeigten, dass es möglich ist, klassische Musik mit modernen Musikrichtungen zu kombinieren. Die Zuhörer dankten es ihnen am Ende mit einem lang anhaltenden Applaus.

Die Organisatoren der Kulturförderung sind mit dem Auftakt der neuen Reihe „Sai(ei)tensprünge voll zufrieden. Die Vorsitzende Eleonore Gollenstede sagte, dass es „stets auch ein Wagnis ist, eine neue Reihe zu etablieren, da im vornherein nie feststeht, inwieweit die Bevölkerung diese annimmt“. Mit MagnifiSAX hat die Kulturförderung das richtige Gespür gehabt, was die vollen Ränge der Christuskirche zeigten.